Plädoyer für ältere Jungtiere oder erwachsene Katzen


      D as Leben mit einem jungen Kätzchen ist nicht immer eitler Sonnenschein. Junge Kätzchen benötigen mehr Aufmerksamkeit und Unterhaltung als ältere und neigen außerdem zusätzlich dazu, einen Haufen Unsinn zu machen. Hat ein Züchter noch Jungtiere über 12 Wochen zur Adoption frei, kommt es schon vor daß Katzeninteressenten unverblümt fragen, was denn mit diesen Kätzchen sei, die müßten doch krank sein bekam ich einmal zur Antwort. Da könnte doch was nicht stimmen, warum hat das Kätzchen noch keinen neuen Platz gefunden?

    Seriöse Züchter suchen sich die neuen Katzeneltern genau aus. Es muß u.a. geklärt werden ob denn das Kätzchen zum Menschen und auch zu den bereits vorhandenen Katzen paßt. Ist das Kätzchen kinderfest ??Oder an Hunde gewöhnt ?? Züchter die solche oder ähnliche Fragen stellen, finden meist nicht hopplahopp für die Kleinen das passende Zuhause. Da kann es schon mal dauern bis die Kätzchen passend untergebracht sind.
Hinzu kommt in unserem Fall noch die Tatsache der Frühkastration. Da die Liebhaberkätzchen im ca. Alter von 13-14 Wochen kastriert werden sind diese natürlich danach noch einige Wochen bei uns sodaß sich das früheste Abgabealter sowieso auf mindestens 16 Wochen ergibt. Je länger also ein Kätzchen bei uns lebt, desto mehr hat es auch von unseren Regeln mitbekommen.




     lilac- und bluepoint
In der Urlaubszeit - die saure Gurkenzeit - kann es manchmal wochenlang dauern, bis sich ein Interessent meldet, oder die Interessenten haben genaue Vorstellungen von Geschlecht und Farbe. Nicht erwähnenswert ist dabei, daß man dann genau weder das eine noch das andere (Geschlecht und Farbe) hat. Haben sich Züchter einer neuen Farbe verschrieben ist hierzu die Nachfrage dann entsprechend dem Zeitgeist.


         Wer sich also für ein ganz kleines Kätzchen interessiert, weil es doch so süß aussieht, sollte bedenken, dass diese optische Babyzeit nur ganz kurz andauert und der Niedlichkeitsfaktor schnell verschwindet. Auch ältere Kätzchen sind noch richtige Katzenkinder mit einem ganz besondern Charme, nur eben schon ein bisschen größer - und manchmal sogar besser für die neue Familie geeignet!

Erwachsene Katzen


      Es gibt zahlreiche Gründe dafür, warum sich ein Katzenbesitzer von einem Tier trennen möchte oder muß. Es gibt verschiedene Möglichkeiten seine erwachsene Traumkatze zu finden, z.B. von Züchtern aufgrund Zuchtaufgabe, Rangordnungsproblemen u.v.m. .....



    So ein seelenvoller Blick einer
    älteren Katze trifft direkt ins Herz.......
     W ährend sich in einem Haushalt voller kastrierter Liebchen in der Rangordnung nicht mehr viel ändert, sieht es in einem Züchterhaushalt, und sei er noch so klein, ganz anders aus. Die Verhaltensstrukturen sind in einem Züchterhaushalt einem ständigen Wandel unterworfen. Ursache hierfür sind u.a. Alterung, Kastration, Trächtigkeit und Geburt, Rolligkeit, Neukauf einer Katze oder eines Katers und vieles andere mehr. Viele Züchter müssen verfeindete Katzen trennen und ihre Zeit zwischen zwei oder mehreren Katzengruppen  aufteilen. Dies ist weder für die Katzen noch für den Züchter eine auf Dauer tragbare Situation. Es ist daher oft sinnvoll und notwendig dem "Störenfried oder dem Opfer" ein neues gutes Zuhause zu suchen.






     Die meisten erwachsenen Tiere die vom Züchter abgegeben werden sind in der Regel vom Wesen her unproblematisch. Gerade diese Tiere lassen sich auch in einen Haushalt mit anderen Tieren gut eingliedern weil sie entsprechend sozialisiert sind. Im Gegenteil, durch die entsprechende Erziehung des Züchters, durch Ausstellungsbesuche sowie Kontakte mit Fremden sind sie ziemlich stressunanfällig und leichter zu händeln. Ab und an kommt es auch vor daß der Züchter eine Katze umplaziert, die in züchterischer Hinsicht nicht mehr sinnvoll einsetzbar ist, z.B. wenn genetisch bedingte Fehler bei der Nachzucht festgestellt werden.


Bei einem Jungtier ist man nie vor Überraschungen sicher, wie es sich einmal entwickeln wird - aus diesem eher unscheinbaren Katzenkind...




   Bei kleinen Kätzchen weiß man nie so genau wie sich diese
charakterlich weiterentwickeln und ob eine etwaige Erziehung
anschlägt. Bei älteren Katzen ist in der Regel Erziehung nicht
mehr nötig. Allerdings sind kleine "Macken" nur schwer
zu beheben. Eine ältere Katze benötigt genauso viel Liebe wie eine
jüngere. Sich auf ein älteres Tier einzustellen und ihr Wesen zu
erforschen kann äußerst spannend sein.






      Samtpfoten, die ihre Sturm- und Drangzeit hinter sich haben, können ihrem Menschen im Zusammenleben sehr viel mehr Ruhe bieten. Wer sich nicht selbst um die Erziehung der Katze kümmern möchte, gemeinsame gemütliche Kuschelstunden mehr schätzt als ständiges Spielen und bei einem Tier einen ausgeprägten und vor der Übernahme gut erkennbaren Charakter schätzt, der wird der richtige Mensch für eine erwachsene Katze sein.





Zwei Katzen, die sich innig lieben und die man mit gutem Gewissen auch gemeinsam platzieren könnte
         Da die Heilige Birmakatze i.d.R. eine sehr gesellige Katze ist
und bei uns ausschließlich im Katzenverband aufwächst wäre es für
diese Tiere sehr hart, wenn sie von heute auf morgen ihr Dasein in
Einzelhaft fristen müßten. Am wenigsten problematisch ist es zwei
Kastraten (oder ein Kastrat und ein Jungtier aus der selben Zucht),
die sich kennen und mögen, zusammen in ein neues Zuhause zu vermitteln.